
{"id":932,"date":"2015-07-18T20:12:46","date_gmt":"2015-07-18T20:12:46","guid":{"rendered":"http:\/\/ratinglegis.eu\/?p=932"},"modified":"2025-11-18T09:49:39","modified_gmt":"2025-11-18T09:49:39","slug":"akzo-in-spanische-kontroverse-uber-schadliche-salzberge-hineingezogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ratinglegis.eu\/de\/akzo-in-spanische-kontroverse-uber-schadliche-salzberge-hineingezogen\/","title":{"rendered":"Akzo in spanische Kontroverse \u00fcber sch\u00e4dliche Salzberge hineingezogen"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Das Chemieunternehmen sagt, es trage zur L\u00f6sung des Problems bei. Umweltsch\u00fctzer bezweifeln das<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>von Hans Verbraeken, Amsterdam<\/em><br \/>\n20. Juni 2015<\/p>\n<div id=\"attachment_933\" style=\"width: 605px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-933\" class=\"wp-image-933 size-medium\" src=\"http:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/sant_benet_navarcles1-595x398.jpg\" alt=\"Kloster Sant Benet de Bages und das Dorf Navarcles, Katalonien, Nordostspanien\" width=\"595\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/sant_benet_navarcles1-595x398.jpg 595w, https:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/sant_benet_navarcles1-1800x1205.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><p id=\"caption-attachment-933\" class=\"wp-caption-text\">Kloster Sant Benet de Bages und das Dorf Navarcles, Katalonien, Nordostspanien<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den St\u00e4dten S\u00faria und Sallent, 80 Kilometer nordwestlich von Barcelona, liegen einige Salzberge von mehreren hundert Metern H\u00f6he. Sie bilden den Mittelpunkt eines Streits zwischen der Umweltschutzbewegung und dem Bergbaukonzern Iberpotash. AkzoNobel sagt, als Abnehmer des Salzes ein Teil der L\u00f6sung zu sein.<br \/>\nDas Salz ist ein Abfallprodukt des Kalibergbaus. Bei der Produktion einer Tonne Kali entstehen zwei bis drei Tonnen Salzabfall. Betreiber der Gruben ist der spanische Kalibergbaukonzern Iberpotash, Tochter der israelischen ICL (Israel Chemical Limited).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im April dieses Jahres hat Iberpotash mit dem niederl\u00e4ndischen Chemie- und Farbenkonzern AkzoNobel eine Zusammenarbeit vereinbart, um einen Teil des katalanischen Abfallsalzes zu verarbeiten. In zwei Fabriken, jeweils mit einer Kapazit\u00e4t von 750.000 Tonnen j\u00e4hrlich, werden die Unternehmen gemeinsam einen Teil des Abfallsalzes zu hochwertigem Vakuumsalz f\u00fcr chemische Prozesse (Elektrolyse) und zu Spezialsalz f\u00fcr unter anderem Lebensmittelzwecke und Wasseraufbereitung verarbeiten. Zwei Gemeinschaftsunternehmen sind gegr\u00fcndet, eines f\u00fcr die Herstellung und eines f\u00fcr Verpackung und Verkauf. Die Zusammenarbeit ist auf drei\u00dfig Jahre angelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derweil stellen die Salzberge in Sallent und S\u00faria laut der Umweltschutzbewegung ein gro\u00dfes Problem dar. Die Halden versalzen den Boden und die Fl\u00fcsse, etwa den Llobregat, die Trinkwasserquelle f\u00fcr das Ballungsgebiet Barcelona mit seinen 3,2 Millionen Einwohnern. Die ersten Salzhalden stammen aus den f\u00fcnfziger Jahren, aber seit 1998, als Iberpotash die Zechen kaufte, sind sie stark gewachsen. Auch wirft die Umweltschutzbewegung dem Unternehmen vor, mit Genehmigungen zu arbeiten, die nicht h\u00e4tten erteilt werden d\u00fcrfen. Dass die Genehmigungen umstritten sind, ergibt sich aus zahlreichen gerichtlichen Entscheidungen und Verfahren gegen Iberpotash. ICL bestreitet die Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verunreinigung ist inzwischen so ernsthaft, dass die Europ\u00e4ische Kommission im Juli vergangenen Jahres ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien eingeleitet hat. Br\u00fcssel nimmt den gesamten Kalibergbau von Iberpotash in Katalonien aufs Korn.<\/p>\n<div id=\"attachment_935\" style=\"width: 605px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-935\" class=\"wp-image-935 size-medium\" src=\"http:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/cogullo_21-595x398.jpg\" alt=\"Salzhalde &quot;El Cogull\u00f3&quot; bei Sallent, Katalonien, Nordostspanien\" width=\"595\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/cogullo_21-595x398.jpg 595w, https:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/cogullo_21-1800x1205.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><p id=\"caption-attachment-935\" class=\"wp-caption-text\">Salzhalde &#8220;El Cogull\u00f3&#8221; bei Sallent, Katalonien, Nordostspanien<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">ICL hat 2011 beschlossen, den Kaliabbau in S\u00faria auszudehnen. Die Genehmigung daf\u00fcr bekam sie mit der Auflage, dass der zus\u00e4tzliche Salzabfall nicht auf den bestehenden Salzhalden lande. Iberpotash hat daraufhin mit dem Bau einer Salzfabrik begonnen und fand nach einigen Jahren im vergangenen Jahr AkzoNobel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zusammenarbeit wirft nun Fragen auf. Denn obwohl AkzoNobel behauptet, sie werde s\u00e4mtliches Abfallsatz verarbeiten, das bei der Ausdehnung des Kaliabbaus entstehe, wachsen die bestehenden Salzhalden weiter; die in S\u00faria, El Fusteret, um 900.000 Tonnen j\u00e4hrlich, und die bei Sallent, El Cogull\u00f3, um mehr als 1 Million Tonnen j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nils van der Plas, Direktor der Salzsparte von AkzoNobel: \u201eICL ist gezwungen, in die Salzproduktion zu investieren. Wir steuern die Fachkompetenz bei, um das auf eine verantwortliche Weise zu tun. Der Abfall bekommt einen Mehrwert. Wir k\u00f6nnen dazu beitragen, dass die Halden, ungeachtet der Produktionssteigerung, nicht weiter wachsen. Damit wird das Problem beherrschbar.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ansicht diverser Umweltschutzorganisationen vor Ort tr\u00e4gt AkzoNobel zu dem Problem gerade mit bei. Der Konzern profitiert von der enormen Umweltverschmutzung. Akzo bekommt das Salz zu einem sehr g\u00fcnstigen Preis, weil Iberpotash geringe Mittel einsetzt, um die Umweltverschmutzung zu vermeiden. Und das tut ein Konzern, der verk\u00fcndet, Nachhaltigkeit einen hohen Rang einzur\u00e4umen, und seine \u201esustainability strategic targets\u201c nachdr\u00fccklich betont.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Van der Plas gibt das bisherige Umweltproblem zu. \u201eSch\u00f6n ist das nicht. Dass ICL noch nicht soweit ist, mag deutlich sein. Aber eine L\u00f6sung r\u00fcckt n\u00e4her. Wenn wir es nicht tun, werden die Halden dann etwa kleiner?&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch r\u00e4umt Van der Plas ein, dass \u201edie Salzfabrik durch die Kalisparte subventioniert\u201c wird. \u201eAnderenfalls w\u00fcrde es sich niemals rechnen.\u201c Sicherlich angesichts der hohen Transportkosten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die G\u00fcltigkeit der Genehmigungen anlangt und wie sie erteilt wurden, will er praktisch sein. Er sagt, er kenne \u201edas nicht wirklich durchschaubare Genehmigungsverfahren\u201c, bei dem \u201eallerlei Belange eine Rolle spielten.\u201c AkzoNobel lie\u00df Ernst &amp; Young eine Due-Diligence-Pr\u00fcfung durchf\u00fchren. \u201eDie erforderlichen Genehmigungen f\u00fcr die Ausdehnung der Salzproduktion sind in Ordnung. Wir gehen von den Tatsachen aus und richten unseren Blick nach vorn.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch sind die Genehmigungen f\u00fcr Iberpotash Gegenstand langer Gerichtsverfahren. So entschied das oberste katalanische Gericht im Oktober 2013, dass Iberpotash f\u00fcr Sallent im Ergebnis keine g\u00fcltige Umweltgenehmigung besitzt. Das Urteil liegt nun beim Spanischen Obersten Gerichtshof, vor dem Katalonien und Iberpotash Revision eingelegt haben. Der Spanische Oberste Gerichtshof selber hat schon im M\u00e4rz 2014 Iberpotashs Umweltgenehmigung f\u00fcr Sallent teilweise in einem Verfahren aufgehoben, das seit 2008 anh\u00e4ngig war. Der Gerichtshof vermisste einen \u201eWiederherstellungsplan\u201c f\u00fcr den Abfall. Damit ist die Genehmigung f\u00fcr Sallent f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt und harrt der Ma\u00dfnahmen Kataloniens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Katalanische Beh\u00f6rden haben auch intern die Verschmutzung durch Iberpotash beschrieben, wie sich aus den Prozessakten ergibt. Wie etwa die Katalanische Wasseragentur (ACA) und die Katalanische Generaldirektion f\u00fcr Umweltqualit\u00e4t, DGQA (Direcci\u00f3 General de Qualitat Ambiental). Ungeachtet der ablehnenden internen Stellungnahmen wurden die Genehmigungen dennoch erteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen die jeweiligen Direktoren der ACA bzw. der DGQA, gegen Iberpotash und zwei ihrer obersten F\u00fchrungskr\u00e4fte wurde Strafanzeige erstattet. Ein Untersuchungsrichter hat die Anzeige f\u00fcr schl\u00fcssig befunden und die Betroffenen am 3. Juni f\u00f6rmlich wegen Rechtsbeugung angeschuldigt. Sie werden am 29. September aussagen. Schon im Dezember 2014 verurteilte ein Strafrichter der Bezirkshauptstadt Manresa drei Direktoren von Iberpotash gar zu zwei Jahren Haft.<\/p>\n<div id=\"attachment_934\" style=\"width: 605px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-934\" class=\"wp-image-934 size-medium\" src=\"http:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/cogullo_11-595x398.jpg\" alt=\"Salzhalde &quot;El Cogull\u00f3&quot; bei Sallent, Katalonien, Nordostspanien\" width=\"595\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/cogullo_11-595x398.jpg 595w, https:\/\/ratinglegis.eu\/wp-content\/uploads\/cogullo_11-1800x1205.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><p id=\"caption-attachment-934\" class=\"wp-caption-text\">Salzhalde &#8220;El Cogull\u00f3&#8221; bei Sallent, Katalonien, Nordostspanien<\/p><\/div>\n<p>\u00a9 Het Financieele Dagblad<br \/>\n\u00dcbersetzung ver\u00f6ffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Zeitung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Chemieunternehmen sagt, es trage zur L\u00f6sung des Problems bei. 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